Die magischen Bücher (Heidenheimer Zeitung / HNP – 26.11.2014)

Zugang zu neuen Welten

Die magischen Bücher: Premiere im Sassetheater

Die Theaterjugend liegt dem Sassetheater sehr am Herzen; und so haben jetzt sechs aktive Mitglieder des Schnaitheimer Theatervereins eigens ein Stück geschrieben, das 16 Nachwuchs-Mimen die Chance gab, sich auf der Bühne teils zu bewähren und zum größeren Teil erstmalig zu erproben.

Entstanden ist dabei, in einer lebendigen, solid erarbeiteten Sasse-Gemeinschaftsleistung, eine durchaus charmante und jedenfalls durchweg unterhaltsame Inszenierung, die möglich wurde dank der erkennbar einfühlsamen und auch einfallsreichen Spielleitung von Erika Welches und Gabi Del-Becaro, die auch zum Autorensextett gehörten.

Erarbeitet wurde ein Spiel mit Kindern und Jugendlichen für jeweils ebensolche, an dem aber auch (verwandtschaftlich unbeteiligte) Erwachsene ihre Freude haben dürfen.

Man wolle, schreibt Vereinsvorsitzender Ulrich Bossert (auch einer vom Autorenteam) im Vorwort des Programmheftes, die Faszination Theater an die nächste Generation weitergeben.

Und die Verantwortlichen tun das mit einem Stück, dessen Botschaft von wertebewussten Kulturinteressierten ja nur gutgeheißen werden kann: Es lohnt sich, ein Buch zur Hand zu nehmen und sich in dessen Inhalt zu vertiefen ganz neue Welten vermag das Lesen zu eröffnen, Türen aufzuschließen in unbekannte Bereiche der Erfahrung wie der Fantasie mit ganz neuen Reizen.

Drei Mädchen stehen im Vordergrund des Geschehens, die sich zunächst als Ausgeschlossene und Zurückgesetzte fühlen: Nun haben endlich die Ferien angefangen... Und alle fahren weg.

Nur Luisa, Sina und Anna müssen zu Hause bleiben und richten sich ein auf Wochen, die quälend langweilig zu werden drohen. Doch dann entdecken sie auf dem Dachboden einen Koffer, der einige Bücher enthält (Buchregale scheinen in den elterlichen Haushalten nicht vorhanden zu sein das ist einer von einigen kleineren inhaltlichen Einwänden, die aber den bunten Fluss des Geschehens nicht weiter stören). Die erweisen sich, so auch der Titel, als Die magischen Bücher, die die drei Mädels lesend in die Welt von Märchen und Sagen, aber auch in die reale Traumwelt von Hawai und in einen turbulenten Märchenmischmasch führen.

Für die drei beherzt auftretenden Hauptakteurinnen (Anja Junginger, Jacky Lechner und Rosa Heinemann) gibt es da eine zunächst ganz klar strukturierte Welt vor der Lektüre resp. vor dem Vorhang dann tut sich dieser auf und ganz neue Sphären öffnen sich ihnen und dem Publikum.

Das ist flott durchinszeniert und mit vielen netten kleinen Einfällen durchsetzt; und mit einer Spielzeit von unter einer Stunde werden auch die Kinder auf und vor der Bühne nicht überfordert, zumal die bunten Bilder sich in rascher Folge ablösen und die 16 spielfreudigen kleinen Akteure ebenso wie das einfallsreiche Bühnenbild (die neue Projektionsmöglichkeiten bewähren sich da ein weiteres Mal) und die netten Kostüme zu beobachten die reine Freude sind.

Lesen also, erfahren die rezipierenden Kinderchen, lohnt sich. Und Theatergucken auch. Die magischen Bücher sind ein rechtes, pädagogisch gut unterfüttertes Vergnügen.

Manfred Allenhöfer

 

 


Anmerkung:

Natürlich freuen wir uns sehr über die gute Kritik!  Vor allem unsere jungen Darsteller haben dieses Lob sicherlich verdient.

In einer Sache hat sich allerdings das „Fehlerteufelchen“ eingeschlichen: das Stück stammt (leider) nicht aus der Feder eines Autorenteams aus unserem Hause! Es wurde verfasst von Silke Ahrens-Rapude und ist erschienen im Plausus Theaterverlag.

Da wir uns keinesfalls mit fremden Federn schmücken wollen ist es uns ein Anliegen die Urheberschaft richtigzustellen.

Sasse-Theater e. V.