Tom, Dick und Harry (Schwäbische Post – 08.04.2009)

Drei Brüder am Rande des Wahnsinns

Sasse-Theater Schnaitheim bringt mit „Tom, Dick und Harry“ eine temporeiche Komödie auf die Bühne

 

Drei Brüder am Rande des Wahnsinns: Mit „Tom, Dick und Harry“ spielt das Sasse-Theater Schnaitheim eine Komödie, die mit „turbulent“ schon beinahe zu gemächlich umschrieben wäre.

 

Zu Beginn fehlt Tom Kerwood (Robert Makowitzki) und seiner Frau Linda (Sabine Reiner) nur noch das i-Tüpfelchen auf dem scheinbar mustergültigen Eheglück: ein Baby. Doch an jenem Tag, als die gefürchtete Mrs. Potter (Birgit Seidenleder) von der Adoptionsagentur zum Kontrollbesuch kommt, gerät die vermeintlich heile Welt vollends aus den Fugen.

 

Toms Brüder Dick (Manuel Meiswinkel) und Harry (Stefan Köck) bringen dank Schmuggelguts und anrüchiger Finanzierungsideen den Haushalt an den Rand des Abgrunds. Und als mit „Onkel Bert“ (Armin Dömel) und Katharina (Anastasija Roon) zwei illegale Einwanderer im Haus auftauchen, wittert der aufmerksame Polizist Downs (Michael Waibel) den Braten, für den sich auch der düstere Fluchthelfer Boris (Matia Tesar) interessiert. Die englische Komödie aus den Federn von Ray und Michael Cooney verspinnt haarsträubende Handlungsfäden so dicht miteinander, dass daraus fast zwangsläufig ein heilloses Chaos entstehen muss. Im Sasse-Theater ist daraus unter der Regie von Matthias Zimmermann und Christina Kling ein so rasend schnelles Stück geworden, dass der Zuschauer fürchten muss, links etwas zu verpassen, wenn er gerade nach rechts schaut. Zu den Stärken des Stücks gehört auch, dass es zwar massiv auf schwarzen Humor und im wahrsten Sinne beinharte Action setzt, dabei aber auch feinen Wortwitz nicht vermissen lässt. Nur selten entgleitet da ein Satz in Richtung Kalauer.

 

Die Mischung aus sprichwörtlich fliegenden Fetzen und fein gesetzten Pointen sorgt in „Tom, Dick und Harry“ für Kurzweil über die gesamten zwei Stunden hinweg. Zudem scheint das Stück dem Sasse-Ensemble auf den Leib geschrieben zu sein: Insbesondere die drei Brüder wirken ideal gewählt: Robert Makowitzki nimmt man den annähernd hysterischen, braven Ehemann ebenso ab, wie Manuel Meiswinkel den smarten Kleinkriminellen und Stefan Köck den etwas dusseligen Tagedieb. Aber auch die übrigen Figuren sind durchweg gut besetzt.

 

Jens Eber

 

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