Pressestimmen

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„Seien Sie nie mit einer einzigen Meinung zufrieden.“
George Bernhard Shaw

 

 

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Diamond Lucy (Heidenheimer Zeitung – 06.07.2017)

Offenes Ende – und Frage nach Schuld

Kein leichter Stoff: Die Sasse-Jugend fordert mit ihrem aktuellen und auch anstrengenden Stück „Diamond Lucy" das Publikum zum Nachdenken heraus.

Diamond Lucy – Pressebericht

Ein kleines Mädchen ist am Ertrinken. Und keiner, der es beachtet. Keiner, der es hört. Damals gelang es Lucy, sich noch aus eigener Kraft ans Ufer zu retten. Viele Jahre sind seither vergangen. Lucy gehört inzwischen zu einer Clique jugendlicher Mädchen. Sie treffen sich, sie nennen sich Freundinnen – dennoch bleibt jede in ihrer eigenen kleinen Welt gefangen, nur mit sich selbst und eigenen Problemen beschäftigt. Ohne Verständnis für die Situation der anderen. Und wieder ist da niemand, der merkt, wie es um Lucy steht. Liebeskummer, Eifersucht, Verlassenheit. Da ist keiner, der ihr zuhört. Keiner, der sie rettet. Dieses Mal gelingt es ihr nicht, sich selbst zu retten.

Bausteine zum Zusammensetzen.

Es ist kein gefälliges Stück, das sich die Sasse-Jugend in diesem Jahr ausgesucht hat. Keine seichte Unterhaltung wird hier geboten, beileibe nicht – weder von der Struktur des Stücks noch vom Inhalt. Es gibt nicht viele Handlungen. Wesentliche Ereignisse werden nur in Erzählform wiedergegeben, was es erlaubt, eine große Dichte an Geschehnissen in relativ kurzer Zeit unterzubringen. Die einzelnen Szenen gleichen Bausteinen, die vom Zuschauer zusammengesetzt werden müssen. Das verleiht dem Stück einen eigentümlichen, spröden Charme, der fesselt. Dem jungen Sasse-Team gelingt es gut, diese Eigenart herauszuarbeiten und Spannung aufzubauen. Und mehr als das: Es berührt zutiefst, als Lucy sich am Ende des Stücks an das traumatische Erlebnis im Wasser erinnert, an dieses Gefühl des Nicht-Beachtet-Werdens – selbst von der eigenen Mutter. Es ist eine ergreifende Szene, gerade auch durch die Schlichtheit, mit der sie präsentiert wird.

Dabei bleibt der letzte Baustein unvollendet. Lucy ist tot. Auch hier passt das Gesamtpaket des Stücks. Es endet. Einfach so. Gefühlt: viel zu früh. Nach einer Dreiviertelstunde ist plötzlich alles vorbei, der Spannungsbogen, der eben seinen Höhepunkt erreicht hat, bricht einfach ab. So wie Lucys junges Leben. Die Umstände ihres Todes sind auf verschiedene Weise interpretierbar. War es Mord, war es Selbstmord? Selbst ein Unfall wäre möglich. Wer ist für ihren Tod verantwortlich? Vollendet werden muss das Stück vom Zuschauer selbst – dass man hier, abhängig von der eigenen Lebenserfahrung, zu völlig anderen Schlüssen kommen kann, zeigt sich im anschließenden Gespräch, für das sich die jungen Sasse-Mitglieder nach dem Schlussapplaus noch Zeit nehmen. Es können Fragen gestellt, Kommentare abgegeben werden. Nur junge Damen stehen in diesem Jahr auf der Bühne. Im Februar war mit den Proben begonnen worden. Für die Regie verantwortlich ist ebenfalls ein junges Team: Lara Sophie Wöhler, Karin Mateja und Jacqueline Lechner.

Alles von der Theaterjugend

Zum ersten Mal auf der Sasse Bühne steht Mareike Lenhardt, die in ihrer Rolle als "Lucy" gleich einen guten Einstand bietet. Mit großem Engagement gestalten aber auch Jana Poxleitner als Solveig, Anja Junginger als Klara, Sara Andic als Emma und Chiara Schmit als Leni ihre Rollen. "Diamond Lucy" ist zweifellos eine außergewöhnliche Produktion. Man habe in diesem Jahr "mal etwas ganz anderes" auf die Bühne bringen wollen, berichten die Jugendlichen in der Gesprächsrunde dem Publikum und das ist ihnen auch gelungen.

 

Karin Lorenz